Am Vorabend des 18. April wurde es emsig in unserem Schlosskeller in Probsteierhagen: Es wurde geschleppt, geplant und gekichert. Manch Einwohner wunderte sich – ob das etwas mit den kleinen Zettelchen in einigen Briefkästen zu tun hat? Spätestens am Samstag ab 17 Uhr war klar: das ist der nächste Night Market!
Nunmehr die dritte Runde ist es für Ina Speck und Sarah Grubert schon, die die Idee des Night Markets ins Leben gerufen haben. Frei nach dem Motto „Kleider, Kleinkram, Klönschnack“ ist damit eine wiederkehrende Veranstaltung entstanden, die sich einer wachsenden Gemeinschaft und nun auch Bekanntheit erfreut. Wenn selbst eine Reporterin der Kieler Nachrichten sich unter die Besucherströme mischt, wird klar: hier entsteht etwas ganz Einzigartiges.
Wer am 18. April zwischen 17 und 22 Uhr die altehrwürdigen Treppenstufen in den Gewölbekeller des historischen Gebäudes hinabstieg, fand sich inmitten emsigem Markttreiben, Lachen und entspannter Musik wieder. Freudig und motiviert wurden sie inmitten des Lichterkettenglanzes begrüßt von Sarah, die gerne in das Prinzip des Night Markets einführte: „Schau dich gerne um, nimm mit, was dir gefällt und lass eine kleine Spende da, wenn du magst. So einfach ist das!“ Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher erwarteten diesmal insgesamt 20 Stände, an denen von Kleidung bis hin zu Schmuck, Dekorationsartikel und kleine Antiquitäten und sogar auch Kunst angeboten wurden – fast alles tatsächlich zu verschenken. Manche Stände hielten eine kleine Spardose bereit, auf der manchmal sogar weitere wohltätige Zwecke angegeben waren. Franzi spendete zum Beispiel auch bei ihrer bereits dritten Teilnahme ans Kinderheim in Stakendorf. „Das ist ja toll! Und das passt ja auch richtig gut zu eurem Konzept mit dem Frauenhaus!“, freute sich Ulrike Bundschuh. Wer sich noch eingehender mit dem wohltätigen Ziel des Abends auseinandersetzen mochte, fand eine Präsentation, die eindrücklich klar machte, worum es hier geht: Frauen und Kinder sind häufiger von Armut, Gewalt und Diskriminierung betroffen und bedürfen daher auch 2026 noch mehr Unterstützung als vielen Menschen bewusst ist. Das liegt auch Ina und Sarah besonders am Herzen: „Alle profitieren von gesunden Frauen und Kinder sind schlichtweg unsere Zukunft.“
Auch Hannah und Mareike, die das wachsende Team auch dieses Mal mehr denn je unterstützten, waren sich einig: „Ja, wir haben auch sonst gut zu tun als berufstätige Mütter. Aber erstens ist es echt immer nett hier – vom Aufbau, über den Abend, bis zum Abbau, zweitens gibt es einfach Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Und wenn das dann auch noch so viel Spaß macht – warum sollten wir da nicht dabei sein wollen? Außerdem sind Inas Cocktails echt gut.“
Tatsächlich wurde kulinarisch würdig aufgefahren: Für kleines Geld konnte man sich frisch zubereitete Burritos vegetarisch oder mit geschmorter Rinderschulter schmecken lassen, eine individuell und sorgfältig kreierte Cocktailkarte mit eigens für den Night Market entworfenen Drinks bot – übrigens auch alkoholfrei – für alle Durstigen eine willkommene Erfrischung. Auch für süße Zähne war vorgesorgt: Pistazien-Financiers, Tiramisu-Brownies und weitere konditoreiwürdige Leckereien am Kuchenbuffet rundeten das Angebot an der Night Bar prächtig ab.
Auch an den Ständen selbst kam teils sogar Partystimmung auf. Auf drei große Räume verteilt mischten sich „alte Hasen“ unter Neulinge, aus der Probstei, aus Kiel-Russee und sogar aus Preetz. Man kam ins Gespräch – durch alle Alterskohorten hindurch und mit Themen von A bis Z. „Richtig nett ist das hier, das dachte ich vor dem ersten Mal gar nicht – ich komme gerne immer wieder!“, meinte Marion zum Abschied, die fein säuberlich eingetütet Stauden aus ihrem Garten abgab und liebevoll darüber aufklärte. So war die Grundstimmung durchweg positiv, viele waren unglaublich motiviert und inspiriert hier im Dorf etwas voranzutreiben, was einem selbst und auch der Gemeinschaft zugutekommt. Und in einem Punkt waren sich alle einig: Richtig praktisch ist es, wenn man keine Preise verhandelt. Denn dann kann man selbst als Standbetreiber(in) ganz entspannt schenkshoppen, sich einen Drink genehmigen (oder auch zwei) und einfach richtig Spaß haben!
Ein weiteres Highlight war dieses Mal sogar neu und darf auch in Zukunft gerne bleiben: Kristin, Deborah und Jenny boten an einer Upcycling-Station an, Teile mit ihren Nähmaschinen und zahlreichen Accessoires anzupassen, zu individualisieren oder gar umzuarbeiten. „Wir haben das schon so oft erlebt die ersten beiden Male – man findet ein Teil schön, legt es dann aber wieder weg, weil es nicht ganz passt. Warum nicht gleich an Ort und Stelle ändern?!“ Das traf dann auch den Kern des Veranstaltungskonzeptes perfekt, das neben Geselligkeit und Wohltätigkeit eben auch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.
So kam am Ende eine stattliche Spendensumme von 1007,23 Euro zusammen, von der dank einer Crowdfunding-Aktion im Winter noch nicht einmal die Miete für den Gewölbekeller an die Gemeinde abgezogen werden musste. Das Frauenhaus des Kreises Plön wird davon seine wertvolle Arbeit sicherlich gestärkt weiterführen können. Wenn sich seit dem letzten Night Market somit die Spendensumme etwa verdoppelt hat, hat sich das Ehrenamt doch gelohnt. Jetzt muss nur noch ein Sponsor gefunden werden, der langfristig die Mieten an die Gemeinde übernimmt… In dem Sinne – auf einen weiteren, ach was! – viele weitere Night Markets!